Liebe Vereinsfreunde,
wir sind gesund aus Ostrumänien zurück gekehrt!
Die erste stationäre EQUIWENT-TIERKLINIK ist in Betrieb gegangen.
Die erste „gemeinnützige Tierklinik“ in Rumänien (vermutlich in der EU) hat
ihre Arbeit aufgenommen.
Ein Tierarzt, ein Assistentsarzt, ein Tierarzthelfer und ein Hausmeister (Pferdepfleger) sind

erst der Beginn zum Startschuss am 24.10.2015.
Es ist der Beginn in einer neuen Ära des Tierschutzes für Equiwent. Damit verbunden ist
natürlich eine enorme Verantwortung und ein großer finanzieller Druck auf unseren Schultern.


Bild oben: So sah es aus als wir Mitte Oktober in Deutschland losfuhren.

Der Jeep mit dem Pferdeanhänger ist für Dr.Alexander. Rechts ist mein Jeep
mit einen Stahlgerüst auf einem Anhänger, es sind Pferdeboxen.


Bild oben: Irgendwo in Transsylvanien.

Mitte Oktober waren wir aufgebrochen um die Tierklinik in Sucueva zu eröffnen.

Ein kleines Lebenswerk sollte für mich und unsere Mitglieder in Erfüllung gehen. 
Es ist mehr als nur eine Tierklinik, es ist ein Stützpunkt, eine Burg, eine Festung.
Eine Anlaufstelle für hilfesuchende Geschöpfe, egal ob 2 oder 4 Beine. Ich hatte stets viel Glück im Leben,
ob es die Wahl meiner Freunde oder meiner Liebsten war. Keine Niederlage (davon gab es viele in meinem Leben)
konnte mich stets davon abhalten weiter zu machen, immer weiter. 
Noch heute habe jedes einzelne Gespött in meinen Ohren. Oftmals waren es Kunden (selbst Pferdebesitzer) welche
sich über unser Hilfsprojekt in Rumänien belustigten. Ich habe nicht vergessen welche Menschen und Institutionen
ich auf Knien angebettelt habe. Doch weder der größte Reiterverband in Deutschland , noch der „berühmteste Sportler
aller Zeiten“ hatten auch nur 5 Euro im Monat für das Projekt übrig. Spott und Hohn bekam ich in Wort und Schrift
zugestellt. 
Der Verein musste lernen sich in seinem Werdegang zu entwickeln und echte Menschen zu erkennen. Menschen mit
einem pulsierendem Herzen unter der Weste. Die Menschen, die ich meine, sind Menschen die lieben und hassen können,
sie lachen und weinen, sie schreien wenn sie wütend sind und lachen anschließend über sich selbst. 
Manchmal sind sie auch lange beleidigt und sprechen nicht mehr mit mir, manchmal bin auch ich beleidigt und werde ungemütlich.

Warum schreibe ich so etwas hier?
Alle Menschen, um dieses Projekt herum, sind EMOTIONALE MENSCHEN. 
Denn, wer nüchtern kalkulieren muss ob es ihm persönlich einen Vorteil verschafft bei EQUIWENT zu helfen, dieser Mensch wird erst gar nicht anderen helfen können, denn der Eigennutz ist stets vorrangig. 
Aktive gemeinnützige Arbeit- oder aktive gemeinnützige Mitgliedschaften sind nicht rational, sie sind eine Herzensangelegenheit. 
Wir sprechen heute also von der Leidenschaft welche in unserem Herzen lodert. Manche Menschen (ich gehöre dazu) fragen sich nach dem Sinn des Lebens.
Heute, nach all den vielen Jahren als Leiter in dieser Hilfsorganisation, ist es meine absolute Überzeugung, dass irdischer Reichtum (viel Geld auf der Bank) nicht glücklich macht und Freude, Tränen, Lachen und Traurigkeit zusammen gehören.
 Eine Leidenschaft kann immer nur emotional sein und niemals eine Gedanken an den eigenen Vorteil verschwenden. Nur wer Liebe sendet, wird auch Liebe empfangen können.

 Bild oben:  Transsylvanien vor den Kaparten.
Insgesamt knapp 9000 km legten wir zurück.
Natürlich davon viele in Ostrumänien. Zurück fuhren wir aber nur mit einem Auto.

 

Bild oben: Ankunft in der Equiwent-Tierklinik. Erschöpft lehnt Michael
Büter am Auto. Geplatzte Reifen und der Ausfall der Motorelektronik machten
diese Tour zu einem Nervenkrieg.

 

Bild oben: sofort ans Werk. Der Malermeister Michael Büter
hatte sich über 18 Tage hierfür frei genommen. Der selbstständige
Handwerksmeister hatte dafür viel auf sich genommen. Nicht
selbstverständlich für einen Selbstständigen! 

 

Bild oben: Markus Raabe und Michael Büter bauen den Stall auf.

 

Bild oben. Ein Hund besuchte uns und ging nicht mehr fort.
Michael Büter kniet gerade in der „Schmiede“.

 

Bild oben. Malermeister Michael Büter arbeitete wie ein

„Besessener“. Vermutlich waren seine Mitarbeiter froh diesen
arbeitswütigen Menschen einmal nicht um sich zu haben. 
Michael erledigte alle restlichen Mauer -und Putzarbeiten.
Ohne Michael hätten wir es nicht geschafft.

 

Bild oben: Hier kümmere ich mich gerade um
die Elektroinstallation im Bad.

 

Bild oben: Markus Raabe und Michael Büter schweißen den
Untersuchungsstand zusammen.

 

Bild oben: Natürlich brachten wir keinen leeren Anhänger für
Dr.Alexander mit. Über 2500 kg Sachspenden und Medikamente brachten
wir mit zu unserer östlichsten Station des Herrn Dr Ursache.
Er freute sich sehr über unseren Besuch und hatte viel zu erzählen.

 

Bild oben: Dr.Ursache (links) und Michael Büter. Ich weiß nicht
was für ein Gefühl es war welches Michael verspürte. Er war am östlichsten Zipfel
unserer EU, nahe Moldavien. Letztendlich glaube ich aber das er viele Eindrücke
verarbeiten musste.

 

Bild oben: Raabe und Dr.Ursache in dem Lagerraum in Ost-Ostrumänien. 
Mit einem guten Gefühl können wir nun in den kommenden Winter gehen.
Niemand kann sich vorstellen was es bedeutet eine solche logistische
Kette aufrecht zu erhalten. Über 25 Tonnnen Hilfsgüter liefern wir nur in diese
eine Equiwent-Station /jährlich.

 

Bild oben: Dr.Alexander (rechts) und sein Tierarzthelfer nehmen
den Geländewagen entgegen. Wir haben auf der Hinterachse noch eine spezielle
Bereifung für Matsch und Tiefschnee aufbringen lassen. Dieses Auto wird
gemeinsam mit dem Pferdeanhänger das Herzstück in der der  Tierklinik werden.
Dr.Alexander war sehr glücklich und stolz über dieses Gespann.

 

Bild oben: drei Stallzelte sind direkt vor der Klinik aufgebaut. Es ist erst
ein Anfang. Das Gesamte Gelände misst ca 1,2 ha. Alleine das Hallengebäude
hat über 800m² Fläche. Aber wir können erst im nächsten Jahr weiter ausbauen,
es fehlt uns das Geld um weiteren Bauraum zu nutzen.

Bild oben: Dr.Alexander (rechts) und Markus Raabe im großen
Untersuchungssaal der Equiwent-Tierklinik.

 

Bild oben: Ein Notfall. Es ging schneller als gedacht.
Innerhalb von
Minuten kann sich manchmal alles ändern.
Dr. Alexander erhielt einen Notruf.

Wir wussten nicht was uns erwarten würde. Ein Pferd war zusammen gebrochen und
lag stöhnend im Dreck. Nur mit viel Kraft und entsprechenden Medikamenten konnten
wir „Puhju“ aufrichten und auf den Anhänger schleppen. Falls er überhaupt überlebt, 
 wird er vermutlich mindestens drei Monate in unserer Klinik bleiben. Ich habe
einen Film über dieses Pferd gedreht. In einigen Tagen werde ich diesen Film hier
einstellen können.

Bild oben: Team Equiwent fährt durch Rumänien und kontrolliert Arbeitspferde.
Oftmals war der Zustand der Arbeitspferde überraschend gut.

 

Bild oben: Hier möchte man nicht begraben werden.

Armut und Elend in Osteuropa können einen wirklich wieder
auf den Boden der Realität zurück holen.

 

Bild oben: Was sehen sie? Es ist eigentlich ein tolles Bild.
Sie sehen eine Pferdebox welche mit frischem Heu und Stroh gefüllt ist.
Darin steht (ja, es kann stehen) ein geschundenes Pferd. Es ist in Sicherheit auf
unserer abgeschlossenen Anlage. Davor stehen zwei Männer,
beide haben Tränen in den Augen, es sind Freudentränen versichern die beiden sich
gegenseitig. Zudem sehen sie einen großen Pferdeanhänger. Es ist uns künftig möglich
zu retten, zu bergen und stationär aufzunehmen. 
DANKE, Förderer von EQUIWENT!!

 

Bild oben: Das geborgene Pferde „Puhju“ . Das Pferd ist „verstümmelt“ worden.
Ein örtlicher „Hufschnitzer“ hat die Hufe zu kurz und blutig geschnitten.
(erleben wir auch in Deutschland zu Genüge durch selbsterkorene Hufbearbeiter
mit den tollsten Berufsbezeichnungen)

Das verdreckte Umfeld führte zu einer septischen Entzündung. Eine Sepsis
löste eine aseptische Entzündung im Hufbeinträger (Hufrehe) aus. Das Pferd
stößt gerade seine eigenen Hufe vom Körper ab. Ein absolut grausamer und
qualvoller Tod.
Stellen sie sich folgendes vor: Jemand schneidet ihnen ihr komplettes Fleisch
unter den Füßen weg und schlägt ihnen noch dicke Nägel in ihre Fußgelenke,
dann könnten sie mitfühlen – was die Schmerzintensität betrifft.


Bild oben: Michael Büter zeigte Puhju  das er nun Zuneigung und Aufmerksamkeit
bekommen wird. 


Bild oben: Dr.Alexander muss sich nun täglich intensiv mit Puhju
beschäftigen, Die Überlebenschancen sind gering, wenn sich die Qualen nicht mehr
mit Medikamenten regulieren lassen, werden wir ihn erlösen müssen.


Bild oben: Markus Raabe hat ein Bolzenschussgerät mit in die Tierklinik
gebracht. Dr.Alexander bekam eine intensive Einweisung von mir, ich
bin rechtlich dazu befähigt. Es gehört zu unserer traurigen Realität in
bestimmten Situationen schnell und schmerzlos Erlösen zu müssen.
Pferd mit abgerissenen Beinen oder überfahrene Hunde welche völlig
zerquetscht waren konnten wir somit schon zigfach von ihren Qualen befreien.
Die Welt ist nicht immer nur rosa. 


Bild oben: Langsam wird sich Dr.Alexander seiner neuen
Handlungsfähigkeit bewusst. Blitzschnell und absolut schmerzlos
kann er nun leidende Geschöpfe erlösen. 
Helfen zu können heißt auch manchmal Qualen zu beenden und
nicht endlos zu verlängern. Das ist es was uns von so manche militante
Tierschutzvereinigung in Deutschland unterscheidet.


Bild oben: Mein Lieblingsbild. Dr.Alexander verdankt dieses hochmoderne
Ultraschallgerät einer lieben Sponsorin mit einem  Herzen
aus Vanille und Roseblättern. Dieses Gerät in Ostrumänien gehört zu
den ganz wenigen Geräten in Rumänien wozu Menschen und Tiere einen
kostenlosen Zugang haben. Unser Arzt wird nicht nur Pferde und Hunde behandeln.
insbesondere Kinder (Blinddarm) und schwangere Frauen sind oftmals auf Equiwent
angewiesen. Oft konnten wir schon Kinderleben (vor oder auch nach der Geburt) retten.
Manchmal kamen wir aber auch zu spät, hatten nicht rechtzeitig das Bargeld (fürs Krankenhaus)
in der Hand, oder kein Ultraschallgerät. 
Manchmal mussten wir Särge kaufen…


Bild oben: Kundschaft!! Ein Bauer zeigt uns , voller Stolz, sein
wohlgenährtes Pferd. Er erhält eine Decke (Winterdecke für das Pferd), ein
neues Gebiss (auch für das Pferd) und eine kostenlose Entwurmung
(natürlich auch für das Pferd) 
Gute Pferdehaltung müssen wir belohnen um die schlechten Pferdehalter zu
stimulieren. Schnell wird sich auch in unserer neuen Klinikregion herumsprechen, dass
tolle Belohnungsgeschenke und kostenlose Hufbeschläge für ausgezeichnete Pferdehaltung
vergeben werden. 

Bild oben: Michael Büter erläutert gerade dem Wachhund „Brutus“ die
Vertragsmodalitäten zu dem künftigen Eigenheim auf Mietbasis. 
Herr Brutus verpflichtet sich das Gelände 24h zu bewachen. 

 

Bild oben: Am liebsten wacht Brutus immer am Eingang der Klinik.


Bild oben: Hier sehen sie Dr. Alexander am Haupttor der Klinik. Das
gesamte Areal ist abgeschlossen. Wir konnten erst ein Viertel des Gebäudes ausbauen.
Nun müssen wir erst wieder Geld zusammen sparen um weiter machen zu können.


Bild oben: „unser Hinterhof“
große Hallen und große Außengelände warten noch auf uns.

Hier wird eine Quarantänestation, Freiläufe für Pferd noch
Lagermöglichkeiten für Heu und Stroh entstehen. 


Bild oben: in den Hallen ist noch viel Platz für weitere Pferdestallungen.
Natürlich hoffen wir weiterhin auf eine starke finanzielle Unterstützung unserer Mitglieder. 
Bisher konnten wir erst dem „Teil A“ unserer Klinik eröffnen. Der „Teil B“ wir erst realisierbar
wenn wir über weitere finanzielle Mittel verfügen. 

Die regelmäßigen monatlichen Förderbeiträge fließen direkt in den Erhalt der beiden mobilen Tierarztpraxen. Die Klinik, insbesondere ihr Ausbau, kann sich nur aus zusätzlichen Sonderspenden finanzieren.
Ich bin mir sicher, dass wir das gemeinsam schaffen werden.
Denn auch in Zukunft werden wir nachhaltig „direkt vor Ort“ helfen. Wir schaffen niemals die Probleme in die BRD sonder handeln am Ort des Geschehens. Bitte helfen sie uns dabei.

Herzlichst, Markus Raabe und Team.