22.01.2019 - es ist „Heiligabend“ bei uns Tierschützern...

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Nur für Freunde,
für alle anderen ist dies nicht lesenswert....

22.01.2019 - es ist „Heiligabend“ bei uns Tierschützern.

Ich bin nun seit 8 Tagen zurück aus Rumänien. Ich arbeite täglich wie ein Pferd. Als Hufschmied finde ich das schon irgendwie passend. „Arbeiten wie ein Pferd“.
Gestern Abend war ich um 23.04 Uhr zu Hause. Mit meinem Schmiedeanhänger war ich unterwegs. Zum Schluss war ich noch bei Michael. Er gehört zu meinen engsten Freunden, er ist ein Sponsor von Equiwent und half von Beginn an die Tierklinik in Ostrumänien aufzubauen. Ich habe ihn lieb, sehr lieb. Er ist auch ganz fleißig. Auch er arbeitet als selbstständiger Handwerksmeister wie ein Pferd. Wir teilen die selben Sorgen und die gleichen Nöte.
Nach getaner Arbeit haben wir noch gemeinsam einen Salat gegessen. Wir konnten uns noch über eines Stunde gut unterhalten. Wir sprachen über unsere Kinder, die Gegenwart und natürlich über die Zukunft. Schnell stellten wir fest das wir gemeinsame Träume haben. Einmal ein ganzes Wochenende schlafen dürfen, das ist schon der größte Wunsch.
Unsere Leistungsgesellschaft erwartet aber blinden Gehorsam von uns. Das Finanzamt möchte möglichst viele Steuern abbuchen. Ich zahle gerne Steuern in Deutschland. Deutschland ist ein tolles Land und die Steuergelder werden sinnvoll eingesetzt. Wir haben keine kaputten Strassen, unsere Schulen sind im Bestzustand und es gibt keine Rentner welche sich aus der Mülltonne ernähren müssen. Und Kinder aus ärmsten Verhältnissen haben eine sehe hohe Chance auf ein abgeschlossenes Studium oder eine gute Ausbildung, Sarkasmus Ende.

Ich reise durch die ganze Welt, ständig. In den USA, oder sonst wo, verdiene ich gutes
Geld als Hufschmied. Manchmal arbeite ich für die „Creme de la Creme“ der Menschheit. Ein Hufbeschlag für ein Dressurpferd bringt dann auch schon mal wesentlich mehr ein. Dafür kann ich in Ostrumänien eine kleine Familie ein Jahr lang ernähren.
Aber das ist nicht so einfach wie es klingt. Denn ich bin nicht mehr der selbe. Ich bin geteilt. Meine Seele ist in Rumänien und wacht über die Kinder in unseren Adoptionsgruppen. Mein Geist schwebt in Ostrumänien neben meinen Ärzten und Sozialarbeitern.
Mein Körper ist in Deutschland. Er arbeitet jetzt noch genau 7 Tage. Dann wird mein Körper sich wieder mit Geist & Seele in Osteuropa vereinen können. Ich werde wieder zu 100% ganz sein. Ich werde wieder tief eintauchen in die Kloake des menschlichen Elends. 
Ich treffe vergewaltigte Kinder, hungernde Mütter welche eigentlich noch Kinder sind. Ich treffe Väter welche verstümmelt oder verunfallt sind. Diese Väter können ihre Familie nicht mehr ernähren. Nein, sie fallen nur zur Last. Die Frauen müssen für die Krüppel mitarbeiten. 
Kein echtes soziales Netz. Keine Hilfe für die wirklichen armen Geschöpfe in unserer EU.
Schmied ohne Grenzen- so heißt mein Team. Ursprünglich waren wir einmal nur Hufschmiede welche diese Hilfsorganisation gründeten. Und heute gehören wir zu den größten Pferdehilfsorganisationen in Europa. So viele Tierärzte arbeiten heute für mich. Sie sind täglich im Einsatz und geben ihr Bestes für die geschundenen Arbeitspferdchen in Osteuropa.
Wir alle kennen die Bilder, früher meistens nur schrecklich, heute meistens gut erträglich. Wir haben Regionen gewandelt und abertausenden Tieren zu einem besserem Leben verholfen.
Wir bilden mittlerweile Hufschmiede und Tierärzte aus.
Sie da draußen und wir hier – gemeinsam können wir stolz sein.
Mein Wort hat Kraft, ich habe seit 2008 alle Versprechungen umgesetzt. das war nicht immer so. Als junger Mann hatte ich nur schnelle Autos im Kopf. Meine Kindheit war nicht so prickelnd aber das gehört hier nicht her. Als junger Mann habe ich viele Fehler gemacht und war bereits mit 23 Jahren wegen Körperverletzung vorbestraft. Ich kann keine Ungerechtigkeit ertragen. Ich ertrage es nicht einem Kinderschänder gegenüber zu stehen. Ich habe erlernt mich zu kontrollieren und meine Energie in positive Projekte umzuwandeln. Ungerechtigkeiten und Verbrechen geschehen jeden Tag. In Deutschland wie in Rumänien. Die Polizei und Justiz richtet über die Täter, die Opfer gehen leer aus, aber nur wenn wir dies zulassen. 
Hier kommen wir ins Spiel. Wer ist wir? Wir, das sind wir Bürger. Wenn wir möchten, dass unsere Kinder in einer kultivierten Gesellschaft aufwachsen, müssen wir Bürger aufstehen. Ein gehorsamer Folgemarsch hinter gewissen politischen Ideologien ist da fatal. 
Und ich möchte hier deutlich sagen, dass ich mich ebenso von Linksextremen wie von Rechtsextremen distanziere. 
Und nicht jeder, der nicht blind dem Mainstream folgt, ist ein Rechtsextremer.
Unser Bauchgefühl ist oftmals präziser als die Monologe der regierenden Politiker.
Es ist nicht alles gut in Deutschland. Es ist nicht das beste Deutschland aller Zeiten. 
Es ist nicht das beste Europa aller Zeiten. Unser Sozialsystem wird ständig weiter beschnitten und die Menschen welche es einst aufbauten bekommen davon nicht viel ab.

Es gibt Menschen welche so tief am Boden liegen das diese nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können. Und das kann Ihnen ebenso wie auch mir passieren. Bei solchen Personen reden wir von hilfsbedürftigen Menschen. Religion, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder Rasse gibt es nicht. Diese Dogmen existieren nur in unseren Köpfen. 
Jeder von uns kann einer Omi, welche gerade Pfandflaschen aufsammelt, 2 Euro in die Hand drücken. 
Das bisschen Geld ist doppelt so viel Wert wenn man es mit einem Lächeln verschenkt und dabei auf eine übertriebene Dankbarkeit verzichtet. 
Natürlich denken jetzt viele der Markus Raabe ist zum blinden Gutmenschen mutiert. Nein, das bin ich nicht.
Ich kann sehr gut zwischen den Menschen unterscheiden. Unhöfliche, gewaltbereite oder aggressive Menschen vermag ich zu ignorieren. Ich kann und ich muss nicht jedem helfen. 
Übrigens benehme ich mich vorbildlich und höflich im Ausland. Ob Amerika, England oder Rumänien. Ich bin freundlich und hilfsbereit. Ebenso erwarte ich dies auch von Gästen in Deutschland. Wer sich nicht an die Grundregeln des Zusammenlebens hält hat seinen Anspruch auf Hilfe verspielt. Punkt.
So läuft unsere Hilfe für die Armutsmenschen in Rumänien auch. Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe. Wir stellen die Menschen auf ihre eigenen Beine. Wir schaffen keine Abhängigkeit und wir spielen nicht „Sozialamt“. 
Letztendlich kann ich einer Familie in Rumänien (oder sonst wo) nur nachhaltig helfen wenn diese dabei mithilft. Alles andere wäre eine Verschwendung von Ressourcen.

Gestern, um 23,37 Uhr saß ich am Schreibtisch. Eine lange Nacht würde beginnen. Als erster Vorsitzender einer kleinen Hilfsorganisation ist die Arbeit im „Papierbereich“ unendlich. 
Mein Handy vibriert und es kommt eine Nachricht an. Sie ist von meinem Sozialarbeiter aus Rumänien. Ein Foto und ein bisschen Text. Es brummt erneut. Es ist eine Sprachnachricht. 
Ich denke an nun Ciprian, meinem Sozialarbeiter. Es ist 190 cm groß, wiegt 95 kg und ist aktiver Kampfsportler. Mit seinen nur 28 Jahren ist er schon sehr weise und belesen. Er war ein Musterschüler und kommt aus gutem Hause. Sein Studium absolvierte er mit Links. Er achtet mich und sieht zu mir auf. Vermutlich wird er niemals begreifen das er auf einen einfachen Hufschmied blickt. Ein bisschen bin ich eine Vaterfigur für ihn. Der arme Kerl versucht es mir stets recht zu machen. Er rettet Tiere, er rettet Menschen. Er verteidigt verstoßene Frauen und macht Hausaufgaben mit den Kindern. Er achtet auch eine gute Ernährung für die Kinder und fährt sie zum Arzt. Und er weiß nicht einmal das ich zum aufblicke. Jedes Mal, wenn ich in Rumänien ankomme, nehme ich ihn in der Arm. Ich drücke ihn fest.

Die Sprachnachricht von unserem Ciprian bezog sich auf eine kleine Familie. Seine Stimme war weinerlich und leise. Es ging um drei Kinder in Ostrumänien. Durch Zufall erhielt er einen Tipp von unserem dienstältesten Arzt, Dr Ursache. 
Er sollte doch mal zu einer bestimmten Stelle fahren und sich ein verlassenes Haus genau anschauen. 
Was er im Haus entdeckte hatte er fotografiert. Das Bild erzählt eigentlich schon alles.
Mutter und Vater (selbst fast noch Kinder) wurden von ihren Familien ausgegrenzt da sie nicht für einander bestimmt waren. Willkommen in der EU 2019.
Der Liebe folgen - und nicht auf die Eltern hören. Ja, Zwangs-Ehen und Personen welche sich widersetzen gibt es nicht nur in Deutschland. 
Was sehen Sie auf dem Bild?
Ich sage euch was ich sehe:
Ich sehe keinen Zugang zur Bildung, Strom, Medizin, Trinkwasser, Heizquelle, Medizin.
Ich sehe keine Hoffnung und ich sehe ca 20- 30 Tage Arbeit für mich und Ciprian.
Was ist mein Ziel ? 
Ich möchte, ich werde, diesen Kindern eine faire Chance für ein würdiges Leben ermöglichen. 
Satt, schmerzfrei und gesund sollen sie aufwachsen. 
Ein Haus mit einer Glühbirne über den Kinderschreibtisch. Der Schulbesuch ist Realität und kein Wunschgedanke. Die Kinder wissen was ein Zahnarzt ist, die Kinder lernen auch eine Zahnfee kennen. Toilettenpapier und fließendes Wasser wird künftig zu ihrem Leben gehören.
Papa und Mama bekommen Condome und werden über die Verhütung aufgeklärt. Der Vater bekommt Arbeitskleidung von uns und eine Dauerbusfahrkarte. Ein Sägewerk in 23 km Entfernung wird ihn künftig beschäftigen. 
Woher ich das so schnell weiß? Weil ich seit gestern, 24.00 Uhr, ununterbrochen in Verbindung mit einem perfekten Getriebe stehe.
Die Zahnräder greifen in einander. Jedes Zahnrad dreht sich selbst und treibt dabei das nächste Zahnrad an. Diese Zahnrädchen haben Namen. Sie heißen, Jannis, Tiffany, Darleen.Sandra, Dr.Ursache, Dr.Alexander, Dr.Oktavian, Dr.Mirella, Ciprian, Catalin und ein ganz kleines Rädchen heißt Markus. 
Aber ohne Motor gibt es kein funktionierendes Getriebe. Der Motor hat auch einen Namen. Er heißt „Anstand & Menschlichkeit“. Und diese Menschlichkeit wurde installiert von unseren Mitgliedern, Förderern, Sponsoren und auch von unseren vielen Facebook-Freunden.
Ihr, ihr die da gerade meine Zeilen lest. Die Zeilen eines Handwerkes, nicht die Zeilen eines Schriftstellers. 
Ihr seid es welche den Kindern und eine Chance gebt. 
Wir alle bestimmen unsere Gesellschaft und somit auch unsere Zukunft.
Ciprian holte gestern sein Märchenbuch raus und laß den drei Kleinkindern eine Weihnachtsgschichte vor. Anschließend gab es ein kleines Weihnachtstütchen für jedes Kind.
Somit hatten gestern, 22.10.2019, diese Kinder zum ersten Mal Weihnachten in ihrem Leben.. Ja, auch das ist die Realität in unserer EU.
Wir, das Volk, bestimmen unsere Zukunft durch unser Mitgefühl und durch unser soziales Arrangement. Die Politik ist nur eine billige Randerscheinung. Sie arbeitet nicht ausschließlich für uns Bürger sonder sie steht im Dienste des Wirtschaftssystems. 
Aber wir sind frei, wir sind selbstbestimmend. Ich werde dieser Familie helfen, ebenso wie all den anderen Familien in Extremnot.
Dafür benötige ich keine Sachspenden, denn derzeit sind unsere großen Lager in Deutschland und Rumänien voll, danke dafür.
Ich benötige dafür ein wenig Geld. Wer mag kann dabei helfen, wer derzeit nicht kann oder nicht möchte der muss sich auch nicht genötigt fühlen. Ich verstehe das nur zu gut.
Ich kann hierfür leider kein Spendengeld vom „Tierschutzspendenkonto“ abzweigen. Und unser offizielles Humanprojekt ist auch völlig ausgereizt.

Aber ich lege nun die Tastatur wieder zur Seite. Die nächsten Kunden kommen um 16.00 Uhr. Ich beschlage das Pferd und habe dann schon wieder etwas mehr Geld für diese Kinder. Und so geht es weiter bei mir. Monat für Monat. Zwei Wochen in Deutschland um Nonstop als Hufschmied zu arbeiten und dann für zwei Wochen nach Rumänien um die Früchte meiner Handwerkskunst zu verteilen.
So, nun kennt ihr meine letzten 15 Stunden. Vielleicht habe ich demnächst wieder etwas Zeit zum schreiben.
Vielleicht werde ich euch dann von meinem Zusammentreffen mit dieser Familie erzählen.
Und vielleicht, eines Tages, werde ich euch davon berichten wie der Junge reagiert hat als ich ihm erkläre, dass wir Männer auch manchmal weinen dürfen. Und wenn er das Verstanden hat wird er eine gute Stütze in unserer Gesellschaft sein. 
Empathie fällt nicht vom Himmel.
Und vielleicht, eines Tages, werde ich ihm dann erklären das nur ganz starke Männer es schaffen ihrer Frau Blumen zu schenken. 
Danke das IHR ALLE so hinter mir steht.
Euer Markus Raabe, Hufschmied, Papa und Bürger der EU.
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