Darf man auch Menschen helfen? „Nein, fauchte die Tierschützerin!“ „lass die Blagen verrecken“

Als ich 2008 diese Organisation gründete wollte ich eine einzigartige Hilfe für Pferde (Arbeits- und Kutschpferde) in Osteuropa schaffen.
Natürlich würden wir irgendwann in Situationen kommen wo wir auch einmal Menschen helfen müssten, dachte ich damals.
„Equiwent Hilfe: Mensch & Tier e.V.“  nannte ich diese neue Organisation 2008. In den Medien wurden wir stets nur als die „Pferdehilfe Rumänien“ , Equiwent-Hilfe“ oder als „Schmiede ohne Grenzen bezeichnet“.
Das wir 2012 eine ganzes „Adoptionsprogramm“ für bedürftige Kinder installieren würden, dachte ich damals auch nicht.

 Dieses Fahrrad hatte ich im Juni 2014 mitgebracht. Das es diese Kinder bekommen würden wusste ich damals noch nicht. Es ist nun der größte Besitz der gesamten Familie!

Dieses Fahrrad hatte ich im Juni 2014 mitgebracht. Das es diese Kinder bekommen würden wusste ich damals noch nicht. Es ist nun der größte Besitz der gesamten Familie!

Der nachhaltige Tierschutz kann nur funktionieren wenn wir die Menschen mit in unser Boot bekommen. Eine Mutter welche bereits Kinder wegen einfacher Infektionen verloren hat, eine Mutter welche hungernde Kinder in einer Lehmhütte beherbergt, eine Mutter welche heute nicht weiß was sie morgen essen kann, dieser Mutter kann ich wohl kaum verständlich machen das ich nur emphatische Fähigkeiten für ihr Pferd habe.

Im Juni 2014 hatte Ecaterina uns mit einen hochrotem Kopf und dicken Tränen in ihren Augen verraten das sie uns „beschwindelt“ hat.  „ich muss dir etwas beichten Markus, ich habe Lebensmittel zweckentfremdet“, stammelte sie. Wie kann man Nahrung zweckentfremden dachte ich nur. Ich wollte wissen was los ist und drängte auf eine Erklärung. Ihr Vater Petrika schwieg, er schweigt eigentlich immer. Er gehört zu den Menschen welche nur halb so viel reden und doppelt so viel arbeiten. Ecaterina und Petrika stiegen in ihr „Equiwent- Auto“ und wir folgten mit unserem kleinen Wagen. Wir fuhren eine lange Zeit. Durch Täler, durch Wiesen und Wälder. Mein Navigationsgerät zeigte ein großes Fragezeichen an. Wir waren im Niemandsland, fern ab von Strassen, Medizin oder normaler Zivilisation., irgendwo zwischen der Ukraine, Moldavien und Ostrumänien.

  Auf den ersten Blick ein schönes Bild. Aber es ist ein „Haus“ ohne Strom, ohne Wasser. Eine Öllampe ist die einzige Lichtquelle und hat den ganzen Wohnbereich verrußt. Es ist eine Familie mit 4 Kindern ohne Pferd. Der Kleinste lag mit Fieber auf dem Bett. Die Stimmung war bedrückend. Das war es also was Ecaterina mir beichten wollte, sie hatte heimlich Obst und Gemüse an Bedürftige verteilt. Ich musste mir eine drakonische Strafe für Ecaterina ausdenken, ich denke ein Orden aus Gold wäre angemessen.

Auf den ersten Blick ein schönes Bild. Aber es ist ein „Haus“ ohne Strom, ohne Wasser. Eine Öllampe ist die einzige Lichtquelle und hat den ganzen Wohnbereich verrußt. Es ist eine Familie mit 4 Kindern ohne Pferd. Der Kleinste lag mit Fieber auf dem Bett. Die Stimmung war bedrückend. Das war es also was Ecaterina mir beichten wollte, sie hatte heimlich Obst und Gemüse an Bedürftige verteilt. Ich musste mir eine drakonische Strafe für Ecaterina ausdenken, ich denke ein Orden aus Gold wäre angemessen.

  Sie sehen das einzige Zimmer in diesem Haus. Es ist das Kinderzimmer, die Küche, das Wohnzimmer und das Schlafzimmer für alle.

Sie sehen das einzige Zimmer in diesem Haus. Es ist das Kinderzimmer, die Küche, das Wohnzimmer und das Schlafzimmer für alle.

  Welche Kinder in unserer EU sollen hier „leben“ müssen?

Welche Kinder in unserer EU sollen hier „leben“ müssen?

  Er ist 4 Jahre und schwach. (Den Namen dieser Familie und deren Kinder werde ich nicht im Netz veröffentlichen) . Ich stellte mir mit Tiffany die Frage :“ Was wären wir für Menschen wenn wir hier nicht versuchen würden zu helfen“?

Er ist 4 Jahre und schwach. (Den Namen dieser Familie und deren Kinder werde ich nicht im Netz veröffentlichen) . Ich stellte mir mit Tiffany die Frage :“ Was wären wir für Menschen wenn wir hier nicht versuchen würden zu helfen“?

In unserer Zeitschrift im September 2014 werden sie erfahren wie wir ein normales Leben mit absolut geringsten finanziellen Mittel ermöglicht haben.
Es folgen nun Bilder  welche von Ecaterina am 5.07.2014 aufgenommen wurde. Sie sehen  das gleiche Haus und  die gleiche Familie  drei Wochen nach meinem ersten Besuch.

  Ob sie es glauben oder nicht, ich weine beim bearbeiten dieser Fotos, es ist so unglaublich was wir jeden Tage leisten und erreichen.  Für die Pferde und die Kinder sind wir unverzichtbar geworden !!

Ob sie es glauben oder nicht, ich weine beim bearbeiten dieser Fotos, es ist so unglaublich was wir jeden Tage leisten und erreichen.  Für die Pferde und die Kinder sind wir unverzichtbar geworden!!

Kindgerecht mit fröhlichen Farben, frei von Schmerzen und frei von Hunger, so sollte jedes Kind in unserer EU (und natürlich auf der ganzen Welt) aufwachsen. Ich möchte nie wieder Geld für Särge (es waren auch schon mal  Kindersärge) ausgeben müssen. Ich danke an dieser Stelle den Menschen welche uns hierbei unterstützen. Mir ist absolut bewusst das andere Tierschutzvereine sich besser um ihre „Geldgeber“ kümmern. Aber bitte bedenken sie, wir sind der Verein ohne Verwaltungskosten, das Büro und die Werbearbeit erledige ich meisten Nachts und von meinem eigenen  Geld. Equiwent steckt 100% in seine Projekte. Das ist es was uns zu den „Schmieden ohne Grenze“ macht.

Ich möchte nicht zu viel vorab verraten, aber diese Familie ist nun mit als „Tierschützerfamilie“ bei uns an Bord. Ich werde in der nächsten Zeitschrift ausführlich berichten.

Erinnern sie sie sich noch an den Förderbrief zu Ostern 2014?  Ich berichtete über die bitterarme Familie welche ein undichtes Dach hatte. Das Kinderzimmer war eine unbewohnbare Kathastrophe . Der Föderbrief brachte viel Zustimmung und ermöglichte eine Renovierung des Daches und des Kinderzimmers. Auch darüber werde ich berichten in unser neuen Zeitschrift.
Sie erhalten aber nun schon mal zwei Fotos des Daches.

  ein undichtes Asbestdach mit morschen Balken.

ein undichtes Asbestdach mit morschen Balken.

  Juni 2014 , das neue Dach ist bereits fertig.

Juni 2014 , das neue Dach ist bereits fertig.

Duch Zufall hatte ich ein Fördermitglied beim einkaufen in Gütersloh getroffen. Die Dame erzählte mir das der letzte Förderbrief „Mist“ wäre. Ich würde mich viel zu sehr auf diese „rumänischen Blagen“ konzentrieren. Ich sollte gefälligst meinen Job machen und mich um die Pferde kümmern. Ich versuchte zu erklären ,dass alle die Familien welche wir bisher auf die Beine gestellt hatten uns nun bei unserem Projekt mithelfen würden. Auf die Art und Weise  hätte ich somit schon über 80 ehrenamtliche Helfer gewinnen können. Wir sind in einer Region groß wie das Saarland bekannt und respektiert. Wir sind nicht mehr diese Sorte Tierschützer welche die Menschen beleidigen und verachten. Wir helfen auch den Kinder und ihren Eltern und diese helfen uns bei unserer Arbeit. Keinem Tier in Rumänien geht es so gut wie den Tieren in unseren „Patenfamilien“ . Das beweist doch nur unsere Nachhaltigkeit , erkläre ich der Dame. Ihre Antwort machte mich sprachlos, :“ Lass die Blagen doch verrecken“ . Ich konnte nicht antworten und war wie gelähmt, ich ging kommentarlos weiter. Ich frage sie nun meine lieben Leser: “ Müssen wir Tierschützer denn immer menschenfeindliche Fanatiker sein?“ Es muss doch das Leben sein was ich achte und nicht eine Rasse!
Es entspricht meiner Moralvorstellung , meiner Ethik und meiner sozialen Überzeugung das ich ein Kinderleben achte und schütze, mit allen Mitteln welche mir zur Verfügung stehen!

 So lange wie das Blut in meinem Körper noch in Wallung ist, so lange werde ich bei solchen Bilder nicht wegsehen, ich werde handeln.

So lange wie das Blut in meinem Körper noch in Wallung ist, so lange werde ich bei solchen Bilder nicht wegsehen, ich werde handeln.

Ca über 80 % unserer Leistung fließt in den Tierschutz, nur 20 % in die Familienhilfe. Aber auch diese 20% sind nachhaltiger Tierschutz!
Ich danke meinen ganzen  Förderern welche helfen ohne anschließend eine dreifache Beweihräucherung zu verlangen!
Herzlichst, ihr Markus Raabe und Team  – die etwas anderen „Tierschützer“.