03/2015 Der Esel von Fuerteventura, „Damals, mit Vox: Hund Katze Maus“

21.06.2015
Liebe Tierfreunde,

aus gegebenen Anlass möchte ich noch einmal etwas zu diesem Thema schreiben. Wöchentlich erhalten wir Mails von Touristen welche den Esel „Blanco“ auf Fuerteventura entdeckt haben. Leider ist der Gesundheitszustand (bzw die Lahmheit) dieses Esels wieder schlechter geworden.

Manche Mails sind sachlich , manche einfach nur dumm.
Was hätten wir für Möglichkeiten wenn jeder, der eine dummdreiste Mail zu uns schickt, nur 5 Euro für die Hufpflege der europäischen Arbeitspferde und Esel spenden würde?  Vielen ist sicherlich auch nicht bewusst das wir alle unsere Einsätze ehrenamtlich tätigen, in unserer Freizeit -und das in ganz Europa!!  Der Esel auf Fuerteventura ist nur einer von über 20 000 Huftieren für Equiwent. Außerdem betreiben wir auf den kanarischen Inseln keine Stationen.
Langfristig  kann diesem Esel, oder anderen Tieren, nur geholfen werden örtliche – bereits reichlich vorhandene- Tierschutzorganisationen tätig werden und die zuständige Inselverwaltung endlich agiert, bzw auch Hilfe von außerhalb zulässt.
Equiwent korrespondierte im ersten Halbjahr 2015  mit zwei Organisationen auf Fuerteventura.  Beide versagten letztendlich eine Kooperation mit uns. Wir boten eine dauerhafte Übernahme der Unterhaltskosten an. Wir boten ein paar tausend Euro „Handgeld“ für die Bergung  an, leider vergebens.
Derzeit ist es Equiwent nicht gestattet diesem Esel die Hufe zu bearbeiten. Hätte sich die Inselverwaltung zumindest damit einverstanden erklärt so würden wir alle 3 Monate dort hin fliegen. Wir sitzen hier derzeit machtlos einige tausend KM vom Eselchen entfernt und dürfen nichts machen. Zudem werden wir noch attackiert. Einige Urlauber fühlen sich auf ihrer Insel nicht mehr so wohl. Natürlich ist es 20 Jahre gut gelungen an dem Tierelend auf spanischen Hoheitsboden vorbei zu schauen. Doch jetzt, wo der Esel zu sehr trauriger Berühmtheit gelangt ist, jetzt muss erst mal mächtig auf die Pauke geschlagen werden.  Leider waren auch ansässige Hufbearbeiter nicht dazu zu bewegen dem Eselchen die Knollhufbildung zu bearbeiten. Wir haben nun eine Vorstandssitzung gehalten und nun gemeinsam beschlossen das es keinen Sinn macht weiter das „Projekt-Fuerte“ aufrecht zu erhalten. Die monatlichen Zahlungen (an einer TSO auf Fuerte) wurden eingestellt, weitere Hilfsleistung (Medikamente usw) wird es nicht mehr geben. Dieser Schritt war Notwendig da wir nicht nur gegen die örtlichen Behördern, mangelnder Kooperation der örtlichen Tierschützer und auch noch dem dummen Geschwatze der Wichtigtuer im Internet zu kämpfen hatten.  Die nun eingesparten Ressourcen   werden jetzt in den Aufbau der ersten „Nonprofitablen-Tierklinik“ in Ostrumänien einfließen.
Vielleicht ließe sich die Mentalität der spanischen Verwaltungsbehörden verändern wenn ausreichend Touristen mal auf einen Urlaub auf spanischem Boden verzichten würden. Wer ein Ticket für den spanischen Urlaubsboden löst, hat das Recht verloren in „Sachen Tierschutz“, das Maul aufzureißen und deutsche Tierschützer für die Missstände in Nachbarländern zu kritisieren.
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Mai 2015

Dr.med vet. Gerald Krakauer (Tierarzt und Mitglied im Produktionsteam von Hund Katze Maus) hat es mit ein paar Worten auf den Punkt gebracht.

Schon bei unserem Einsatz war klar, dass unsere Hufkorrektur letztlich nur ein Versuch sein kann, die Fehlstellung zu korrigieren. Um eine dauerhafte und nachhaltige Korrektur zu erreichen, wäre eine permanente Hufpflege erforderlich gewesen. Dies war und ist aber für einen verwilderten Hausesel keine wirkliche Option. Zum einen ist eine Haltung in „Gefangenschaft“ für ihn mit Stress und Ängsten verbunden,  zum anderen konnten wir – trotz intensiver Bemühungen – keinen geeigneten Platz finden, wo er großzügigen Auslauf und dennoch Kontrolle durch den Menschen gehabt hätte. Zum anderen müsste er auch dort für jede  Behandlung immer wieder betäubt bzw. sediert werden. Auch uns war klar, dass – sollte unser Einsatz keinen nachhaltigen Erfolg bringen –  letztlich auch an ein Einschläfern des Tieres gedacht werden müsste. Aber auch so eine unter Tierschutzaspekten gerechtfertigte Maßnahme, bedarf der Zustimmung und Kooperation der örtlichen Veterinärbehörden
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April 2015

Sicherlich können sich einige noch an dem Beitrag über den lahmen Esel von Fuerteventura erinnern?!

Aufgrund einer diffusen aseptischen Huflederhautveränderung im Dorsum der Vorderhufe leidet der Esel unter einer Minderform der so genannten „Knollhufbildung“.

Die Hufkorrektur des vergangenen Jahres hatte ca 6 Monate einen anhaltenden Erfolg. Bedingt durch die nun traurige Berühmtheit des Esels füttern Touristen diesen Wildesel mit Brotresten. Leider sind es genau diese Brotreste, wegen den bereits vorhandenen metabolischen Veränderungen, Gift für diesen Esel. Ein Missbildung des Hufes wird somit fossiert, außerdem wäre eine regelmäßige Hufpflege alle 3 Monate zwingend notwendig gewesen. Leider wird uns derzeit diese Hilfeleistung verweigert. Die Inselverwaltung verbietet uns den Esel anzufassen.
Das es sich zudem auch noch um einen Wildeselhengst handelt (Einzelgänger) wäre zwanghafte Unterbringung auf Fuerteventura ehr eine Form der passiven Tierquälerei.   Derzeit verhandelt die Equiwent-Hilfsorganisation und das „Hund Katze Maus“ Team mit den zuständigen Behörden auf Fuerteventura.
Wir bitte daher von weiteren Mails abzusehen da wir diese Problematik bereits an höchster Stelle thematisieren.
Sollten die spanischen Behörden zustimmen , so wäre der Equiwent e.V. bereit den Esel dauerhaft aufzunehmen. Eine dauerhafte orthopädische und sachkundige Betreuung wäre wohl auch nur bei uns in Deutschland zu gewährleisten.
Außerdem könnte so der Zustand der unsachgemäßen Fütterung abgestellt werden. Sollten die spanischen Behörden sich verweigern, so wäre eine Euthanasie angebracht da es an geeignete Alternativen mangelt. Die Tierschützer und Hufschmiede, sowie Tierärzte der Kanaren haben sich leider sehr bedeckt verhalten in den vergangenen Jahren.
Herzlichen Dank für ihr Verständnis, Markus Raabe

Sehen sie den Huf vorne rechts? Ca 22 cm war er lang. Der Esel war praktisch Bewegungsunfähig und konnte nur noch auf seinen Hinterbeinen „hüpfen“. Leider läuft der Esel heute, nach über einem 3/4 Jahr fast wieder so schlecht wie Damals.